Zahnerhaltung durch Wurzelkanalbehandlung

Man sollte ersten Anzeichen, wie Schmerz auf "Süss" oder auf Kälte ernst nehmen und umgehend zahnärtzlichen Rat einholen. Wenn man diese ersten Warnsignale ignoriert, riskiert man die Pulpaentzündung und spätestens wenn die Beschwerden spontan, also ohne Reizeinwirkung auftreten, dann kann es zu spät sein. Dann muss eine Wurzelbehandlung durchgeführt werden. Die Alternative wäre nur noch die Entfernung des Zahns.

Bei der Wurzelkanalbehandlung (Endodontie) geht es darum, einen Zahn mit einem entzündeten Zahnnerven (Zahnpulpa) vor der Extraktion zu retten. Ursache der Pulpaentzündung (Pulpitis) sind meist Bakterien, welche von einer Karies oder einem Riss (Infraktur) ausgehend eingedrungen sind. Gegen einige wenige Bakterien kann sich das vitale Pulpengewebe noch gut wehren, wenn es aber zu viele werden, dann kommt es zur Entzündung (vermehrte Durchblutung, auch evtl. Zahnschmerzen) und letztlich zum Absterben des Zahnnerven.

Zustand im Röntgenbild nach Wurzelfüllung
Zustand im Röntgenbild nach Wurzelfüllung
Zahn mit 4 Wurzelkanälen
Zahn mit 4 Wurzelkanälen
Zahn mit 4 Wurzelfüllungen
Zahn mit 4 Wurzelfüllungen

Bei der Wurzelbehandlung wird das entzündete oder schon abgestorbene Gewebe im Zahn und in der Wurzel entfernt. Die Wurzelkänale werden mit Feilen bis zur Wurzelspitze aufbereitet. Anschließend erfolgt  die Desinfektion mit verschiedenen Desinfektionsmitteln. Diese müssen auch in der Lage sein, in kleinsten Nebenkanälen, die stets da sind, aber mechanisch nicht erreicht werden können, zu wirken.

In unserer Praxis erfolgt die Behandlung in der Regel in 3 Schritten:

  • 1. Termin: mechanische Kanalaufbreitung, Einlage Calxiumhydroxid
  • 2. Termin: Einlage CHKM (Timbuktu-Methode)
  • 3. Termin: Wurzelfüllung + dichter Verschluss

Während der Behandlungen werden die Kanäle mit EDTA, CHX und Natriumhypochlorid gespült um die Bakterien zu vernichten. Die Kanalaufbereitung erfolgt maschinell, mittels Nickeltitan-Feilen, sowie elektrischer Längenmessung.

Im Anfangsstadium der Entzündung, kann man in manchen Fällen die Behandlung auch in einem Termin durchführen.

Im Anschluss an die Wurzelbehandlung ist ein bakteriendichter Verschluss notwendig, um eine Reinfektion zu verhindern. Wenn die Zahnsubstanz stark geschwächt ist, kann es evtl. sinnvoll sein den Zahn zu überkronen. Vor der Überkronung würde man aber noch ca. 6 Monate warten und nochmals ein Kontrollröntgenbild anfertigen.

Dennoch, auch der erfolgreich wurzelbehandelte Zahn ist nur fast so gut, wie ein vitaler Zahn.  Man sollte es also nicht so weit kommen lassen und lieber rechtzeitig auf Zahnbeschwerden reagieren. Auch regelmäßige Kontrollen (bei Erwachsenen 1x jährlich) und Röntgenaufnahmen in gewissen Abständen helfen dabei, eine Wurzelbehandlung zu vermeiden.